Kräuterweib

Das Kräuterweib hat in der Umgebung ihr schreckliches Unwesen getrieben und war bei allen Leuten gefürchtet.
Sie ist bei Nacht in Ställe geschlichen und hat Kühe verhext, so dass die Frauen keine Butter mehr stampfen konnten.
Pferde wurden mit verknotetem Schweif und Mähne wie tot aufgefunden. Zur Erntezeit sammelte sie nach Lust und Laune Ähren, ohne die Bauern um Erlaubnis zu bitten.
Und wenn sie einer deshalb verscheuchen wollte, dann habe das durchtriebene Weib heftigst gedroht: “Du sollst Deinen Lohn schon noch bekommen!”, schrie sie und bohrte mit ihrem Stock ein Loch in die Erde, lief um diesen herum und murmelte unablässig vor sich hin.
Innerhalb kürzester Zeit war das entsprechende Feld durch heftigste Gewitter total verwüstet worden.
Damals lebte am Ort, sowie im benachbarten Stadel ein Rittergeschlecht. Mit diesem und seinen Nachfahren war alles andere als gut Kirschenessen.
Sie führten ein gar strenges Regiment und hatten folglich einen Richt- und Henkersplatz eingerichtet.
Dieses alte Weib fiel bei den Rittern in Ungnade und wurde auf der “Henkerwies” hingerichtet.
Ihr Geist fand keine Ruhe und spukte noch lange in den Wäldern und Fluren um den Gehrenberg herum…